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Der Igel - Wissenswertes

Igel leben überall da, wo sie geeignete Unterschlupfmöglichkeiten in Gärten, Parks und Randbereichen von Siedlungen (Hecken, Büsche, Laubhaufen usw.) und eine reichhaltige Speisekammer vorfinden (Insekten, Käfer, Larven, Regenwürmer, Spinnen, Schnecken).

Igelbabys kommen nach einer Tragzeit von ca. 34 Tagen zur Welt (durchschnittlich bringt eine Igelmama 4 bis 7 Jungen zur Welt). Igelbabys haben bei Geburt etwa 100 Stacheln , diese sind in einem Wasserbett der Haut, das wenige Stunden später ausgetrocknet ist, sodass sich die "Erstlingsstacheln" aufstellen, diese sind ca. 6 bis 8mm groß. Die neugeborenen Igelbabys wiegen ca. 15 bis 25g, sind ca. 5cm groß, sind gehörlos und blind.

Die ersten Wochen eines Igelbabys: nach ca. 12 bis 14 Tagen können  Igelbabys sehen und hören, der Bauchpelz beginnt mit ca. 2 Wochen zu wachsen, mit ca. 3 Wochen wachsen die Milchzähne, mit ca. 3 bis 4 Wochen unternehmen sie erste Ausflüge aus dem Nest und versuchen was Essbares zu finden (Igelmamas schulen ihre Kinder nicht in "Nahrungssuche"), mit ca. 6 Wochen verlieren sie die Erstlingsstacheln und die Erwachsenenstacheln wachsen, nach ca. 6 Wochen stellt die Igelmama das Säugen ein, mit ca. 8 bis 10 Wochen kommen die Erwachsenenzähne, die Igelmama verläßt die Igelkinder mit ca. 9 bis 11 Wochen. Was fällt auf? Igelpapas haben nichts mit Igelkindern zu tun.

Igelkinder mit ca. 150g und Zähnchen können schon allein fressen.

Ausgewachsene Igel haben ca. 6000 bis 8000 Stacheln, sind ca. 24 bis 28cm groß und sollten im Herbst ca. 700 bis 1500g wiegen. Jungigel sollten Anfang November ca. 500g wiegen.

Das Alter eines Igels kann man nur schätzen. In die Altersschätzung spielen viele Faktoren rein, wie z. B. Größe, Gewicht, Zustand der Zähne usw.

Igel werden durchschnittlich ca. 2 bis 4 Jahre alt, obwohl sie ohne Gefahren ca. 7 bis 8 Jahre alt werden können. Vor allem Feinde machen ihr Leben kürzer: Uhu, Dachs und Fuchs; Igeljunge können von Katzen, erwachsene Igel von Hunden getötet werden; und der in der Natur rumpfuschende Mensch.

Igel sind nachtaktive Wildtiere und gehören zun den Insektenfresser, manchmal verspeisen sie mit anderer Nahrung eventuelle Pflanzenteile.

Igel hören bis weit in den Ultraschallbereich (daher mögen sie auch keine schnalzenden Geräusche), der Geruchssinn (so finden sie ihre Nahrung und Artgenossen) sowie der Tastsinn (Vibrationssinn) sind hervorragend ausgebildet, denn sie sehen nicht besonders gut. Sie geben fauchende, puffernde, tuckernde oder schnaubende Geräusche von sich, bei Angst oder Schmerzen kreischen sie laut.

Da ab Herbst der Natur-Tisch nicht mehr so reichhaltig gedeckt ist, halten Igel Winterschlaf und fressen sich über's Jahr sogenannten Winterspeck an. Von diesem Winterspeck zehren sie die Zeit ihres Winterschlafes, dieses Polster reicht bis zu einem halben Jahr. Während der Winterschlaf-Phase setzen sich die Körperfunktionen des Igels herab, daher verlieren sie nur ca. 20 - 30% ihres Körpergewichts.

Igel rollen sich bei Gefahr blitzschnell zu einer Kugel zusammen, das kann er, weil er einen von einem Ringmuskel umgeben ist. Seine Geheimwaffe: die Stachelmuskulatur anspannen, dann stehen die Stacheln pieksend zu allen Seiten ab. Schlafende Igel bilden keine Stachelkugel, sie sind ja in einem Unterschlupf/Nest, sodass sie offen schlafen können, meist wie ein C oder einfach leicht zur Seite geneigt.

Igel sind schnell, mit ihren langen Beinen (ca. 10cm) erreichen sie mitunter eine Geschwindigkeit von 8km/h. Die Beine sind sehr kräftig, damit können sie sich hochziehen, sodass auch höhere Hindernisse überwunden werden können.

Igelmädchen oder -junge? Auf der Bauchseite: eine Öffnung unmittelbar vor dem After? - es ist ein Igelmädchen! oder: ungefähr auf Nabelhöhe, ein kleines knopfförmiges Gebilde? dann ist es ein Igeljunge! Ca. zwischen Mai und Ende August paaren sich die zwei, Nachwuchs gibt es von August/September.

Igel bekommen keine Tollwut. Der Schaum den sie manchmal um den Mund haben, ist das Eau de Toilette für ihre Stacheln. Das entsteht, wenn der Igel etwas ganz besonders mag oder für ihn betörend duftet, dann leckt er daran und eine Drüse im Mund produziert diesen Schaum, den er sich dann in die Stacheln streicht = bespeicheln.

Igel sind sehr intelligent, sie merken sich schnell, wo es ihnen gut geht oder ihnen geholfen wurde.

Vom Hals bis zur Schwanzspitze haben Igel ca. 40 Wirbel, außerdem hat er ein Schlüsselbein und einen breiten und kräftigen Schädel. Der Igel selbst hat eine leicht konische Form, vorn etwas schmaler als hinten.

Igel haben ca. 36 spitze Zähne, mit denen sie auch schon mal zubeißen, wenn ihnen was nicht in den Kram paßt. Bei Revierkämpfen kann es passieren, dass ein Igel dem anderen z. B. ins Bein beißt, dann kann auch schon mal Blut fließen.

Igel gehören zu den besonders geschützten Tierarten - sie dürfen somit nicht einfach aus der Natur entnommen werden und schon gar nicht als "Kuschel-Tier" oder als Haustier gehalten werden.